Liniennetzpläne dienen der besseren Visualisierung von Karten und sind ein unverzichtbares Hilfsmittel für die Mobilität in Städten und Regionen. Sie bieten einen schnellen Überblick über die verschiedenen Verkehrsverbindungen und können in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Neben dem öffentlichen Personennahverkehr auch im Straßenverkehr, im Schienenverkehr sowie teilweise im Luft- und Wasserverkehr.
Die Geschichte der Linienetzpläne reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Frühe Beispiele für Netzpläne sind der Plan des Londoner U-Bahn-Netzes von 1863 und der Plan des Pariser Métro-Netzes von 1900. Der erste moderne Netzplan, der die wesentlichen Merkmale heutiger Netzpläne aufwies, wurde 1931 von Harry Beck für die Londoner Underground entwickelt. Becks Plan war eine bahnbrechende Neuerung, da er das U-Bahn-Netz nicht geografisch korrekt, sondern abstrakt und vereinfacht darstellte. Dadurch wurde der Plan übersichtlicher und leichter verständlich.
Netzpläne haben gegenüber herkömmlichen Karten Vorteile. Sie sind übersichtlicher und leichter lesbar, da sie nur die wichtigsten Informationen enthalten. Außerdem ermöglichen sie einen schnellen Vergleich verschiedener Routen und die Planung von Reisen und Ausflügen.
Vergleich der Karten der Londoner Underground vor und nach der Erfindung des modernen Liniennetzplans
Die Eigenschaften von Netzplänen
Netzpläne haben charakteristische Eigenschaften, die sie von herkömmlichen Karten unterscheiden. Diese Eigenschaften machen Netzpläne übersichtlicher und leichter verständlich.
Abstraktion und Vereinfachung
Netzpläne sind vereinfachte Darstellungen von Verkehrsverbindungen, Haltestellen, Bahnhöfen, Sehenswürdigkeiten und Orientierungspunkten. Sie sind abstrakt und verzichten auf geografische Genauigkeit, um die wichtigsten Informationen für die Mobilität darzustellen. Daher sind die Abstände zwischen den einzelnen Stationen oft gleich groß..
Linienführung und Knotenpunkte
Die Linienführung in Netzplänen ist in der Regel sehr einfach und geradlinig. Kurven und Abzweigungen werden so weit wie möglich vermieden.
Die meisten Linien in Netzplänen biegen sich in einem Winkel von 45 oder 90 Grad. Dies ist der einfachste Weg, um Linien zu zeichnen, die sich nicht überschneiden und gut lesbar sind. Diese Linien verbinden Knotenpunkte miteinander. Knotenpunkte sind die Punkte, an denen sich zwei oder mehr Linien treffen. Sie stellen in der Regel Haltestellen, Bahnhöfe oder andere wichtige Orte dar.
Es gibt keine allgemeingültigen „Best Practices“ für die Linienführung in Netzplänen. Allerdings gibt es einige allgemeine Richtlinien, die häufig befolgt werden:
- Linien sollten sich nicht überschneiden.
- Linien sollten sich möglichst in einem Winkel von 45 oder 90 Grad biegen.
- Linien sollten möglichst gerade verlaufen.
- Linien sollten nicht zu lang sein.
- Linien sollten nicht zu viele Abzweigungen haben.
Regionale Unterschiede in der Linienführung von Netzplänen sind selten. Viele Netzpläne unterscheiden sich in ihrem Maßstab stark von normalen Karten.
Ein Beispiel hierfür ist der Netzplan der London Underground. Die Londoner Liniennetzpläne sind abstrakt, stark vereinfacht und verzichten auf geografische Genauigkeit.
Die Karte von London über die ein Liniennetzplan der Zone 1 der Underground gelegt wurde.
Sie wurde im Westen auf die Station „Earl’s Court“ und im Osten auf die Station „Tower Hill“ ausgerichtet.
Die anderen Stationen sind auf dem Liniennetzplan zum Teil deutlich von ihrer tatsächlichen Lage entfernt.
In den letzten Jahren haben sich Netzpläne nicht stark verändert. Es gibt jedoch einige Trends, die beobachtet werden können. Einer dieser Trends ist die Verwendung von mehr Farben und Symbolen in Netzplänen. Dadurch werden die Pläne übersichtlicher und noch verständlicher. Ein weiterer Trend ist die Verwendung von digitalen Netzplänen. Diese können auf Smartphones und Tablets angezeigt werden und bieten zusätzliche Funktionen wie Routenplanung und Echtzeitinformationen.
Farben und Symbole
Netzpläne verwenden Farben und Symbole, um verschiedene Verkehrsverbindungen und Orte zu unterscheiden. Beispielsweise werden U-Bahnlinien oft in verschiedenen Farben dargestellt, während Haltestellen häufig mit verschiedenen Symbolen gekennzeichnet werden.
Vorteile von Netzplänen
Netzpläne haben gegenüber herkömmlichen Karten eine Reihe von Vorteilen. Diese Vorteile machen sie zu einem nützlichen Mobilitätsinstrument.
Übersichtlichkeit und Orientierung
Netzpläne sind sehr übersichtlich und bieten einen schnellen Überblick über die verschiedenen Verkehrsverbindungen. Dies ist besonders in Großstädten mit einem komplexen Nahverkehrsnetz von Vorteil. Netzpläne helfen auch bei der Orientierung, da sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Orientierungspunkte enthalten.
Schnelle Erfassung von Verbindungen
Mit Hilfe von Netzplänen können Verbindungen zwischen zwei Orten schnell und einfach erfasst werden. Dies ist besonders wichtig für Reisende, die sich in einer fremden Stadt befinden und öffentliche Verkehrsmittel benutzen wollen. Netzpläne ermöglichen es, ohne Ortskenntnisse, verschiedene Routen zu vergleichen und die beste Verbindung auszuwählen.
Auf der Webseite von Tennessine kann man mit dem „Metro Designer“ einen bestehenden Liniennetzplan nachbilden oder einen eigenen Fantasieplan erstellen.
via Tennessine
Fazit
Netzpläne sind ein unverzichtbares Hilfsmittel für die Mobilität in der Stadt. Sie bieten einen schnellen Überblick über die verschiedenen Verkehrsverbindungen, ermöglichen einen einfachen Vergleich verschiedener Routen und helfen bei der Planung von Reisen und Ausflügen.
Die Geschichte der Netzpläne reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, aber bis heute sind sie ein elementarer Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs in allen Metropolen der Welt.
—
Pyngu Digital