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Design Thinking zur Entwicklung neuer Ideen

12. Mai 2022 | Design

Design Thinking ist ein nutzer- und lösungsorientierter Ansatz zur Entwicklung neuer Ideen und zur Problemlösung. Der Design Thinking Prozess orientiert sich am Arbeitsablauf von Designern.

Warum kann Design Thinking hilfreich bei der Lösung von Problemen sein?

Design Thinking hilft bei der Problemlösung, indem es eine Reihe von Prozessen schafft, die dabei helfen können sogenannte „Pain Points“ zu identifizieren und dann auf zeitsparende Weise die bestmöglichen Lösungen zu finden. Es hilft den Teams, Vorurteile zu überwinden und sich auf die eigentlichen Probleme zu konzentrieren, indem eine Struktur geschaffen wird, um Kundenfeedback und Problemlösungen systematisch anzugehen. Die Ergebnisse dieser Prozesse können auch Teile der Nutzerforschung liefern, um Fragen zu beantworten, die während des Designs und der Entwicklung auftauchen.

Das Prototyping ermöglicht es, dass der Design Thinking Prozess nicht-linear verläuft. Das bedeutet, dass die Annahmen mit Hilfe von Prototypen getestet und aus den Prototypen gelernt werden kann, um neue (manchmal bessere) Ideen zu entwickeln. Das Endergebnis soll ein stärkeres Produkt sein, das bereits mehrere Male getestet wurde. Schwachstellen werden ausgebügelt und Prozesse gestrafft, um etwas zu schaffen, das sowohl nützlich als auch intuitiv ist. Das Endprodukt entsteht letztlich durch mehrfache Iteration.

Der Design Thinking Prozess gliedert sich in fünf Phasen (manchmal wird Beobachten & Verstehen auch in zwei separate Phasen unterteilt).

Design Thinking

Design Thinking ist ein Prozess mit mehreren Phasen

Die fünf Phasen des Design Thinking Prozesses

Beobachten & Verstehen:

In dieser Phase geht es darum, ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Nutzer zu erlangen. Empathie ist Programm. Die eigenen Bedürfnisse, Denkweisen und Annahmen sollten zurück gesteckt werden. Stattdessen wird sich in die Situation der Nutzer hineinversetzt. Es soll in ihre Umgebung eingetaucht und die Bedürfnisse beobachtet und verstanden werden.

Es soll damit begonnen werden, den Kontext und das Feld der Möglichkeiten aus der Perspektive der betroffenen, relevanten Menschen zu verstehen. Hierfür werden Beobachtungen und Interviews durchgeführt. Es können auch weitere Nachforschungen betrieben werden, um etwas über das Lebensumfeld, die Vorstellungswelt, den Nutzerkontext und die Erwartungen der potenziellen Nutzer zu erfahren.

Standpunkt definieren:

In der Phase „Definieren“ werden die Informationen zusammengestellt, die in der vorherigen Phase erstellt und gesammelt wurden. Die Kernprobleme werden in einer auf den Nutzer ausgerichteten Weise definiert. Die Phase „Definieren“ hilft den Designern dabei, Ideen zu sammeln, um Merkmale, Funktionen und andere Elemente festzulegen, die es ermöglichen sollen, die Probleme zu lösen oder zumindest zu minimieren.

Ideen finden:

Nun generiert das Team zahlreiche Ideen, indem es verschiedene Kreativitätstechniken anwendet: Methoden können beispielsweise unter anderem: Brainstorming, Bodystorming, 6-3-5-Methode oder Mindmapping sein. Hilfreich ist es eine Balance zwischen ruhiger Einzelarbeit und energetisch herausfordernder Teamarbeit zu finden. Dies ermöglicht es sowohl extrovertierten als auch introvertierten Teammitgliedern, ihre Ideen vorurteilsfrei zu äußern und zu visualisieren.

Prototyp:

Das Designteam fertigt in dieser Phase eine Reihe von kostengünstigen, Mock-Up Versionen des Produkts oder bestimmter Funktionen des Produkts an. Ziel ist es, die in der vorherigen Phase entwickelten Problemlösungen zu untersuchen. Die Prototypen können innerhalb des Teams, in anderen Abteilungen oder mit einer kleinen Gruppe von Personen außerhalb des Designteams ausgetauscht und getestet werden. Dies ist eine experimentelle Phase, in der die bestmögliche Lösung für jedes der in den ersten drei Phasen ermittelten Probleme gefunden werden soll. Die Lösungen werden in den Prototypen implementiert und eine nach der anderen untersucht und entweder akzeptiert, verbessert und erneut untersucht oder auf der Grundlage der Erfahrungen der Benutzer verworfen. Am Ende dieser Phase hat das Designteam eine bessere Vorstellung von dem Produkt und den vorhandenen Problemen. Es soll zu einer Vorstellung führen, wie sich reale Nutzer bei der Interaktion mit dem Endprodukt verhalten, denken und fühlen würden.

Testen:

Die Designer und Tester testen das komplette Produkt rigoros unter Verwendung der besten Lösungen, die in der Prototyping-Phase ermittelt wurden. Dies ist die letzte Phase des 5-Phasen-Modells, aber in einem iterativen Prozess werden die in der Testphase gewonnenen Ergebnisse häufig dazu verwendet, ein oder mehrere Probleme neu zu definieren und das Verständnis der Nutzer, der Nutzungsbedingungen, des Denkens, Verhaltens und Fühlens zu vertiefen und Empathie zu entwickeln. Auch in dieser Phase können noch Änderungen und Verfeinerungen vorgenommen werden.

Design Thinking im Bereich (High-) Tech

Fail Fast ist bei technologischen Produkten und Dienstleistungen wichtig, da es eine Möglichkeit ist, Zeit und Ressourcen zu sparen, während man an einer Lösung arbeitet. Anstatt rückwärts zu arbeiten (etwas zu bauen, das ein Nutzer ablehnt, und dann herauszufinden, wie man den Nutzer dazu bringt, auf das Endprodukt zu reagieren), erlaubt konsequentes Design Thinking, ein herantasten, indem herausgefunden wird, was funktioniert sowie was nicht und somit früh verworfen werden muss.

Design Thinking am Beispiel von Netflix

Viele Unternehmen nutzen Design Thinking um sich weiter zu entwickeln oder sich neu zu erfinden. Netflix wird oftmals (neben AirBnB) als Paradebeispiel für erfolgreiches Design Thinking genannt. Als das Unternehmen gegründet wurde, mussten die Kunden des Hauptkonkurrenten Blockbuster zum Ausleihen von DVDs in eine Videothek fahren. Das gleiche Verfahren galt für die Rückgabe, was für viele ein echter „Pain Point“ darstellte. Netflix beseitigte diese Unannehmlichkeiten, indem es die DVDs im Rahmen eines Abonnementmodells direkt und bequem an die Kunden nach Hause lieferte.

Dies revolutionierte die Art wie viele sich physische Medien ausliehen, doch der eigentliche Erfolg von Netflix liegt in seinen weiteren Innovationen im Laufe der Jahre. Als das Unternehmen beispielsweise feststellte, dass DVDs veraltet sind und die Internet-Bandbreiten immer weiter steigen, entwickelte es einen On-Demand-Streaming-Dienst, auf Abo-Basis. Damit entfiel auch die lästige Wartezeit auf DVDs. Auch das Abo-Modell war revolutionär. Anstatt wie die Konkurrenz, die Kunden mit jahrelangen Knebelverträgen zu binden, boten sie ihr Abo einheitlich mit monatigem Kündigungsrecht an. Die Hemmschwelle Netflix zu abonnieren wurde dann noch mit einem kostenlosen Probemonat gesenkt. Die Qualität des Contents und exklusive Inhalte sollte dann dafür sorgen, dass die Abonnenten bleiben.

Netflix Office LA

Netflix Niederlassung in Los Angeles

Netflix reagierte auf das Bedürfnis der Kunden nach originellen, provokanten Inhalten, die nicht auf den traditionellen Sendern ausgestrahlt werden konnten. Im Jahr 2016, verbesserte Netflix die Benutzerfreundlichkeit, indem es kurze Trailer in seine Benutzeroberfläche einfügte. Jede der größeren Aktualisierungen von Netflix war eine Reaktion auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden und wurde durch einen effektiven Design Thinking Prozess vorangetrieben.

Nun steht Netflix wieder unter Druck. Nachdem unter anderem mit Disney, Amazon und Apple weitere große Player den Streaming-Markt unter Druck setzen. Zudem müssen sie sehr vorsichtig sein, was Werbung und ein Verbot von Account-Sharing angeht. Laut Gerüchten liegen beide Themen auf dem Tisch und könnten demnächst umgesetzt werden. Sie werden sich wohl wieder einmal neu erfinden müssen, um im Wettbewerb überleben zu können.

Fazit

Im Wesentlichen ist der Design Thinking Prozess iterativ, flexibel und konzentriert sich auf die Zusammenarbeit zwischen den Design Thinking Prozessbeteiligten und den Nutzern, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, Ideen zum Leben zu erwecken, die darauf basieren, wie reale Nutzer denken, fühlen und sich verhalten.

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